Wenn Pläne Form annehmen

Ein Büro, zwei Schreibtische, viele kreative Projekte und unzählige Details: In der Projektentwicklung bei GRAF in Teningen entstehen Produkte und Lösungen, die später in Gärten, Kellern oder auf Baustellen stehen. Thorsten Weber und Zaneta Neuer begleiten diesen Weg von Anfang an – von der Idee bis zum fertigen Produkt. 

Auf Thorsten Webers Bildschirm dreht sich ein 3D-Kunststoffbauteil. Für das ungeschulte Auge sieht es nach vielen Linien und Berechnungen aus, doch was hier noch digital ist, wird Monate später als Tank, Filter oder Behälter im Einsatz sein. „Bei uns werden alle Produkte der Firma GRAF entwickelt. Sie werden vorausgelegt, statisch und hydraulisch berechnet und anschließend konstruiert“, erklärt der studierte Maschinenbauer. 

Seit 2013 ist Thorsten Weber im Unternehmen am Hauptstandort Teningen. Ursprünglich war er in der Fahrzeugindustrie tätig. Ein Kollege machte ihn damals auf die Stelle bei GRAF aufmerksam und heute ist er ein fester Teil komplexer Entwicklungsprozesse. Komplex ist hierbei aber nicht nur eine Floskel. Die Kunststoffteile die er mitentwickelt, können mehrere tausend Konstruktions-Features enthalten. „Alles baut aufeinander auf. Man muss es also so konstruieren, dass alles stabil läuft – und trotzdem änderungsfähig bleibt.“

Ein vielseitiger Aufgabenbereich

Direkt am Tisch gegenüber beginnt Kollegin Zaneta Neuer ihre Projekte oft mit einer Skizze – die Ideen dazu bekommt sie, genau wie Thorsten Weber, direkt aus dem Produktmanagement. „Ich konkretisiere diese dann zunächst, erstelle Konzepte und prüfe dann die technische und wirtschaftliche Machbarkeit“, erzählt die 39-Jährige, die schon länger in der Kunststoffbranche aktiv ist. Damit legt sie die Richtung fest. Was folgt, sind Designentwicklung, Berechnungen, Simulationen und Prototypentests.

Seit acht Jahren arbeitet Zaneta in der Produktentwicklung bei GRAF, Seite an Seite mit Kollege Thorsten Weber. Die verschiedenen Projektphasen greifen ineinander und oft laufen sie gleichzeitig. Einen typischen Tag gibt es bei ihr kaum, aber genau das mache für die Produktentwicklerin den Reiz aus, wie sie erzählt.

Wer aber glaubt, die Arbeit finde ausschließlich am Rechner statt, irrt. Beide sind sie auch regelmäßig in der Produktion, wenn neue Teile erstmals gefertigt werden. Bei sogenannten Musterungen werden Bauteile vermessen, gewogen und dokumentiert. Montagetests zeigen, ob alles funktioniert wie geplant. Viele Komponenten entstehen zunächst im 3D-Druck. „So bekommen wir ein Gefühl für Haptik und Design“, erklären die beiden – und erst wenn man ein Teil in der Hand hält, merkt man, wo noch nachjustiert werden muss. Und dann gibt es auch diese besonderen Momente: „Es ist echt toll, wenn man ein neu entwickeltes Teil zum ersten Mal in der Hand hält, es zusammensteckt und alles funktioniert“, sagt Thorsten.

Wenn die ersten Teile produziert werden, beginnt die heiße Phase. In der Werkstatt werden Muster geprüft, montiert und belastet. „Wir prüfen dann nicht nur die Optik, sondern machen Montage- und Belastungstests sowie weitere Prüfungen“, erklären die beiden. Passt alles, erfolgt die Produktionsfreigabe. Aus der Idee ist endgültig ein Produkt geworden. Wenn nicht, geht’s zurück in die Optimierung und es wird noch einmal nachgefeilt.

Zaneta schätzt besonders, dass ihre Arbeit nicht nur theoretisch bleibt. „Viele erwarten nicht, dass wir auch manchmal Hand anlegen. Es gehört aber tatsächlich auch Handwerkliches dazu.“ Die enge Abstimmung mit Werkzeugmanagement, Produktion und Einkauf ist dabei fester Bestandteil ihres Alltags. 

Ideen der Zukunft

Und warum gerade GRAF? „Ich nehme GRAF als zukunfts- und umweltorientiertes Unternehmen wahr“, sagt Zaneta. „Mir gefällt, dass wir Designfreiheit haben – also Form und Funktion gemeinsam denken.“ Stolz entsteht für sie nicht nur bei der Freigabe, sondern auch später. „Ich finde es toll, wenn man ein Produkt, an dem man mitgearbeitet hat, im Alltag wiederfindet.“ Ein Hochbeet, das sie mitdesignt hat, steht inzwischen in ihrem eigenen Garten – und auch eine GRAF Regentonne ist bei beiden Kollegen regelmäßig im Einsatz. „Damit können wir uns identifizieren – und wir sind auch stolz, unseren Teil dazu beigetragen zu haben.“ 

Stillstand? Das kennen Zaneta Neuer und Thorsten Weber nicht. Kaum ist eine Lösung marktreif, arbeiten sie schon an der nächsten – und die Ideen, die heute bei GRAF in der Entwicklung entstehen, prägen längst die Produkte von morgen.