Meine Regentonne war mal ne Shampooflasche

Wenn Ihrer alten Shampooflasche der Wasserhahn zum letzten Mal gekräht hat, ist der gelbe Sack noch lange nicht die Endstation. In unserem Kompetenzzentrum Rohstoffe erweckt sie zum zweiten Leben – und das ist dabei doppelt nachhaltig.

Über 1.000 Shampooflaschen stecken da drin? Wo ich jetzt im Garten so vor der Regentonne stehe, muss ich da ehrlich gesagt schon ganz genau hinschauen. Die fassförmige Regentonne, Modell Barrica, ist 105 Zentimeter hoch, fasst 420 Liter und ist 16 Kilogramm schwer. Wenn wir annehmen, dass eine handelsübliche Shampooflasche 15 Gramm wiegt (im Durchschnitt, denn es gibt da ganz verschiedene Formen), dann stecken da also 1.067 leere Plastikflaschen drin, in denen früher mal Shampoo war. Genau hinschauen – gerade 20 Stück halte ich hier in den Armen. Für so ’ne Tonne muss man also ganz schön lang duschen. Den Rest machen wir in unserem Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim …

Am Herbolzheimer Standort landen die gesamten Post-Consumer-Abfälle, die wir später in unseren weiteren Standorten in der Umgebung aus sogenannten Rezyklaten zu Regenwasserbehältern machen. Intern sprechen wir auch vom GRAF-Kreislauf. In unserem Konzept spielt es eine wichtige Rolle, dass die Rezyklate im Kreislauf auf möglichst kurzem Wege von Punkt A nach Punkt B gelangen – Stichwort CO2-Bilanz. Im Fall der Regentonne Barrica, hergestellt aus Rezyklaten aus dem südbadischen Herbolzheim und mit Produktion im ebenfalls südbadischen Teningen, sind das gerade mal 15 Kilometer.

Vorreiterrolle im Recycling
Mit der hochmodernen Anlage in Herbolzheim nimmt GRAF eine Vorreiterrolle auf dem Markt ein. 70 Prozent aller verwendeten Rohstoffe in unserer Produktion sind Rezyklate – aufbereitet in unserem Kompetenzzentrum Rohstoffe. Für 2023 ist ein Rezyklatanteil von 80% angepeilt. Pro Jahr spart das Verfahren bereits jetzt 100.000 Tonnen an CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen – das entspricht dem Ausstoß von rund 60.000 Autos im gleichen Zeitraum. „Dass aktuell über 50% unseres Verpackungsmülls in der Verbrennungsanlage landet und weltweit weniger als 10% recycelt wird, können wir uns auf Dauer einfach nicht erlauben“, sagt Geschäftsführer Otto P. Graf. In Zukunft werden Rohstoffzentren wie unseres wohl zunehmend Kunststoffe vor der thermischen Verwertung (Müllverbrennung) bewahren. Ein weiterer Pluspunkt für unser Klima.

Regenwasser – Lebenselexir für die Umwelt
Mindestens genauso wichtig für die Umwelt ist das Thema Regenwassernutzung an sich. Die Pflanzen im Garten haben Regenwasser lieber als das Wasser aus dem Wasserhahn. Viel gewichtiger sind aber andere Argumente. Zum Beispiel der Grundwasserspiegel. Denn wenn wir das Wasser, das vom Himmel fällt, auffangen und im Garten verwenden, anstatt es über versiegelte Flächen in die Kanalisation laufen zu lassen, dann führen wir es wieder dem natürlichen Wasserkreislauf und damit dem Grundwasser zu. Gleichzeitig verwenden wir dafür weniger Trinkwasser und schaffen uns unseren eigenen Wasserspeicher direkt im Garten – und senken ganz natürlich die Wasserrechnung. Nicht schlecht, wenn man wie wir bei GRAF beide Argumente kombiniert und Produkte zur Regenwassernutzung aus Recyclingmaterialien herstellt. Im Handel kostet eine Regentonne Barrica unter 200 Euro. Nicht viel, wenn man bedenkt, was da alles drinsteckt, wie zum Beispiel die erwähnten 1067 Shampooflaschen. „Bereits mit einer kleinen Regentonne im Garten leiste ich einen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser und gegen sinkende Grundwasserspiegel“, sagt dazu Andreas Steigert, GRAF Pressesprecher, „Jede Tonne zählt!“

Umgerechnet wären 1067 Shampooflaschen übrigens 54-mal die Arme des Redakteurs komplett vollgepackt mit Shampooflaschen gewesen. Na, das gäb ein paar Bilder! Jetzt nur nicht verwackeln, bis der Fotograf Stopp sagt … Bei uns können Sie übrigens je nach persönlichem Geschmack aus über 90 Formen, Farben und Größen Ihre bevorzugte Regentonne auswählen.