Wieso sollte Regenwasser behandelt werden?

Regenwasser, welches versickert, verschwindet nicht einfach, sondern fließt unter der Erde weiter und landet so in Flüssen, Seen oder im Meer. Dient das Grundwasser als Trinkwasserquelle, kommt es sogar direkt wieder mit Menschen in Kontakt. Grund genug, die Wasserqualität zu schützen und Schadstoffe herauszufiltern. Bei der Muldenversickerung übernimmt der Boden mit Pflanzen und Mikroorganismen diese Funktion. Suchen Sie eine platzsparende Alternative, haben wir die passende technische Lösung für Sie.

Schadstoffe im Regenwasser

Je nach Fläche, auf die der Niederschlag auftrifft, werden verschiedene Schadstoffe mit dem Niederschlagswasser abtransportiert. Schadstoffe können in gelöster und ungelöster Form in unterschiedlicher Konzentration vorkommen. Für die Reinigung des belasteten Regenwassers werden, je nach Schadstoffart, Behandlungsanlagen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen verwendet.

Schwimmstoffe

Kunststoffverpackungen, Zigarettenstummel, Papier oder Styropor sind leichter als Wasser und schwimmen daher an der Wasseroberfläche. Durch mechanische Beanspruchung zermürbt das Material und kleine Partikel trennen sich ab. Im Fall von Kunststoffverpackungen oder Styropor spricht man von Mikroplastik. An Mikroplastik lagern sich toxische Spurenstoffe an. Gelangt das Mikroplastik in den Wasserkreislauf und wird von den dort lebenden Lebewesen mitsamt den toxischen Spurenstoffen aufgenommen, können unabsehbare Folgen daraus hervorgehen.

Durch eine einfache Ablaufschikane können Schwimmstoffe zurückgehalten werden. Sie sammeln sich an der Wasseroberfläche der Regenwasserbehandlungsanlage, von wo sie abgesaugt und entsorgt werden können.

Mineralölkohlenwasserstoffe

Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) gelangen durch Abgase und Tropfverluste von Treibstoff oder Motorenöl ins Niederschlagswasser. Sie gefährden das ökologische Gleichgewicht, indem sie den Sauerstoffgehalt im Wasser senken. Außerdem können sie zum Verkleben der Atmungsorgane von Lebewesen führen. Aufgrund der geringeren Dichte als Wasser schwimmen die Mineralölkohlenwasserstoffe auf der Wasseroberfläche.

Auch Mineralölkohlenwasserstoffe werden durch einfache Ablaufschikanen zurückgehalten. Im Rahmen der Wartung werden sie gemeinsam mit den Schwimmstoffen abgesaugt.

Sedimente

Sedimente und organischer Schmutz, sowie Kunststoffe mit einer größeren Dichte als Wasser, sedimentieren am Boden der Regenwasserbehandlungsanlage. Auf den Oberflächen dieser Sedimente lagern sich Spurenstoffe an. Dazu gehören Schwermetalle und organische Spurenstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). PAKs entstehen durch Abgase von Fahrzeugen sowie durch alle weiteren Verbrennungsprozessen und sind stark toxisch für Menschen und Tiere.

Sedimente lassen sich durch einfache Sedimentationsanlagen abtrennen. Sie sammeln sich am Boden des Tanks, von wo sie regelmäßig abgesaugt und fachgerecht entsorgt werden können.

Feinstoffe

AFS63 sind abfiltrierbare Feinstoffe mit einer Korngröße ≤ 63 µm (AFS63). An diesen feinsten Partikeln haften verhältnismäßig die meisten Spurenstoffe an, wie Schwermetalle und PAKs. Aufgrund der kleinen Größe gelangen die Partikel leicht ins Grundwasser und somit in den Wasserkreislauf.

Die feinen Partikel setzen sich nur langsam ab, daher reichen einfache Sedimentationsanlagen nicht aus. Durch ein verbessertes Absetzverhalten können Hydrodynamische Abscheider auch diese kleinen Partikel zurückhalten.

Schwermetalle

Schwermetalle wie Kupfer, Zink, Blei oder Cadmium kommen in partikulärer und gelöster Form im Regenwasser vor. Erhöhte Konzentrationen schaden den Lebewesen im Wasser und gefährden die Trinkwasserqualität. Schwermetalle gelangen hauptsächlich durch den Straßenverkehr und durch die Ablösung von Metallflächen, wie beispielsweise Metalldächer oder Regenrinnen, in das Niederschlagswasser.

Substratfilter können auch gelöste Schwermetalle zurückhalten.